In einem klassischen Sommerhausgebiet nördlich von Kopenhagen entwarf KHR Architecture in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden ein Sommerhaus mit dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, der sich ruhig, warm und einladend anfühlt und gleichzeitig Privatsphäre gegenüber der Umgebung bietet. Das Projekt basiert auf der Landschaft, den Aussichten und den traditionellen Bauweisen der Region. Das Ergebnis ist ein Ferienhaus, das sich unaufdringlich und natürlich in die Umgebung einfügt, aber gleichzeitig großzügige Wohnräume, maßgeschneiderte Lösungen und einen Grundriss bietet, der sowohl für Kurzaufenthalte als auch für Aufenthalte mit Gästen geeignet ist.
Tibirke
Dänemark
2025
300 ㎡
Wache Hvalsøe
Architektonische Beratung und Baumanagement

Das Reetdach als architektonisches Merkmal
Das große Reetdach ist das auffälligste Element des Hauses. Das Dach verweist auf die traditionelle Architektur der Gegend, wird aber in einer zeitgenössischen Form interpretiert. Die starken Proportionen lassen das Haus kleiner und geerdeter erscheinen, als würde es sich in die Landschaft einfügen. Ein präziser Einschnitt in der Dachfläche ermöglicht einen neun Meter langen Fensterausschnitt, der Tageslicht und Ausblicke ermöglicht, ohne die Gesamtform des Daches zu unterbrechen.

Einrichtung für ein Ferienhaus, entworfen in Zusammenarbeit mit Garde Hvalsøe
Die Inneneinrichtung wurde in enger Zusammenarbeit mit Garde Hvalsøe entwickelt und ist als integraler Bestandteil der Architektur konzipiert. Die Küche, die Schränke, die Etagenbetten, die maßgefertigten Einbauten und Möbel sind auf das Haus und seine räumliche Logik zugeschnitten. Die Materialpalette setzt die architektonische Idee des Hauses mit Naturstein, Oregon Pine und gedeckten Farben fort. Durch die Zusammenarbeit war es möglich, mit Details und handwerklichem Können maßstabsübergreifend zu arbeiten, so dass Architektur und Einrichtung wie aus einem Guss wirken.

Licht, Sichtbarkeit und räumliche Zusammenhänge
Das Licht wird als integraler Bestandteil der Architektur verarbeitet. Der lange Fensterausschnitt im Reetdach bringt das Tageslicht tief in den ersten Stock und schafft einen Blick auf den Himmel, die Baumkronen und die Landschaft. Im Badezimmer fällt das Licht durch ein großes Oberlicht und verleiht dem Raum eine besondere Ruhe und Intensität. Ein inneres Fenster zwischen dem Badezimmer und dem doppelhohen Wohnbereich schafft ebenfalls Sichtkontakt zwischen den Etagen und lässt Tageslicht durch das Haus wandern. Die Perforation der Fensterläden trägt ebenfalls zu diesem Erlebnis bei, indem sie das Licht filtert und wechselnde Licht- und Schattenmuster im Innenraum erzeugt.
Ein für den Standort entworfenes Haus
Die Architektur des Sommerhauses ist von der umgebenden Landschaft geprägt. Die Lage am Rande eines kleinen Wäldchens und am Fuße eines Hügels bildete den Ausgangspunkt für das Projekt. Das Haus wurde flach und langgestreckt entworfen, sodass es sich dem Gelände anpasst, anstatt sich davon abzuheben. Die Materialien stammen aus der regionalen Bautradition – Stroh, Holz und Naturstein – und verleihen dem Haus eine natürliche Schwere und Präsenz. Die Architektur versucht nicht, den Ort zu dominieren, sondern Teil davon zu werden.

“Wir haben mit der Fassade als einer Schicht zwischen dem Haus und der Landschaft gearbeitet. Die großen Schiebeläden ermöglichen es, das Haus komplett zu öffnen oder mehr Privatsphäre zu schaffen, je nach Jahreszeit, Wetter und Nutzung. Wenn man sich in der Landschaft bewegt, sieht man nie die gesamte Glasfassade. Die Fensterläden filtern das Haus und lassen es in den Hintergrund treten. Von innen ist das Gegenteil der Fall - das Haus öffnet sich zur Aussicht und zur Landschaft hin. Gleichzeitig filtert die Verglasung das Licht und erzeugt in den Räumen ein lebendiges Licht- und Schattenspiel, das den ganzen Tag über anhält.”
Mikkel Beedholm, Partner und Kreativdirektor
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Ein Haus für wenige und viele
Das Ferienhaus ist so konzipiert, dass es sowohl als intimer Rückzugsort für einige wenige Personen als auch als Treffpunkt für eine größere Familie dienen kann. Der Gästebereich befindet sich diskret am Eingang und kann als unabhängiger Teil des Hauses fungieren, wenn viele Personen versammelt sind. Wenn das Haus nur von einer oder zwei Personen genutzt wird, treten die Räume auf natürliche Weise in den Hintergrund, so dass das Haus übersichtlich und präsent bleibt. Der Grundriss ermöglicht es, zwischen verschiedenen Nutzungsarten des Hauses zu wechseln, ohne seinen Charakter zu verändern.



